Nach heftigen Protesten hat Facebook Anfang der Woche den Zugriff von App-Entwicklern auf Telefonnummern und Wohnadressen seiner Nutzer vorerst gestoppt. Was war passiert? Übers Wochenende hatte Facebook eine neue Schnittstelle für Entwickler von Apps eingerichtet, mithilfe der es ihnen möglich gemacht wurde, an - zum Beispiel - Handynummern von Facebook-Usern zu gelangen. Wohl gemerkt nur dann, wenn diese dem ausdrücklich zugestimmt hätten.
In die Falle von App-Betrügern tappen
Dennoch war der Netzgemeinde das Risiko, dass unbedarfte User in die Falle von App-Betrügern tappen, aber zu groß. Facebook beugte sich schließlich dem Druck der Öffentlichkeit. Die Funktion soll in den kommenden Wochen überarbeitet werden. Laut Facebook-Entwickler-Blog soll jetzt sichergestellt werden, dass man die User noch deutlicher darauf hinweist, bevor sie Anwendungen Zugriff auf Handynummer und Adresse gewähren.
Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook ins Visier von Datenschützern und aufmerksamer Öffentlichkeit gerät. Erst im Oktober 2010 führte das Unternehmen nach Kritik an seiner Datenschutzpolitik ein Kontrollpanel ein, das dem User vor der Installation einer App anzeigt, auf welche persönlichen Daten diese zugreift. Danach kann man entscheiden, ob die App trotzdem installiert werden soll.
Privatsphäre auf Facebook wahren
Wer auf soziale Kontakte im Internet nicht verzichten, aber dennoch seine Privatsphäre wahren will, findet auch auf Facebook Möglichkeiten, seine Daten vor fremden Zugriffen zu schützen. Was viele nicht wissen: Facebook-User können ziemlich genau festlegen, wem sie welche Informationen, Medien oder Daten zeigen wollen. Ein paar der wichtigsten Tipps und Einstellungen stellt Privat im Internet im Folgenden vor. Gerne können Sie weitere Tricks in den Kommentaren ergänzen.
Mit den Privatsphäre-Einstellungen legt man fest, welche Personen und Anwendungen die eigenen Informationen sehen können. Es gibt drei Stufen: Die Inhalte können für "alle", für "Freunde von Freunden" oder nur für die eigenen "Freunde" sichtbar gemacht werden. Facebook-Neulinge sollten sich gleich nach der Anmeldung mit ihren Privatsphäre-Einstellungen auseinandersetzen. Der klicksafe.de-Leitfaden empfiehlt, dass man zu Beginn "höchste Sicherheitseinstellungen nutzen [sollte], bis man die Einstellungsmöglichkeiten und die Dynamik des Netzwerkes verstanden hat". Ganz wichtig: Kontaktinfos privat halten.
Wer darf was von mir sehen
Die "Privatsphäre-Einstellungen" finden sich unter dem Menüpunkt "Konto". Name, Profilbild, Geschlecht, Nutzername und Netzwerke sind für "alle" sichtbar. Unter "Auf Facebook vernetzen" und "Inhalte auf Facebook teilen" kann man festlegen, wer was von einem sehen soll und wer wie mit einem Kontakt aufnehmen darf. Unter dem Menüpunkt "Anwendungen, Spiele und Webseiten" -> "Öffentliche Suche" kann man per Mausklick festlegen, ob das eigene Profil von Suchmaschinen gefunden werden soll. Bleibt das Häkchen stehen, ist man mit allen für "alle" freigegebenen Daten über Google & Co auffindbar.
Weiterer wichtiger Hinweis, wie man bestimmte Inhalte vor ungewolltem Zugriff schützen kann: Freundeslisten anlegen! Richtet man sich z.B. jeweils eine Liste für "Freunde", eine für "Familie" und eine für "Berufskontakte" ein, kann man Partyfotos nur seinen Freunden, Urlaubsfotos auch der Familie zeigen. Der Chef oder Kollegen bekommen dann nur einwandfreie Fotos oder Statusmeldungen zu sehen.
Weiterführende Links:
Facebook-Entwickler-Blog
http://developers.facebook.com/blog/post/447
klicksafe.de Leitfaden zum Schutz der Privatsphäre in Facebook
https://www.klicksafe.de/cms/upload/user-data/pdf/Themen/Kommunizieren/Social_Networks/Facebook_Leitfaden_klicksafe.pdf
10 Privateinstellungen bei Facebook von All Facebook
http://www.allfacebook.com/facebook-privacy-2009-02
Facebook Privatsphäre-Leitfaden
http://www.facebook.com/privacy/explanation.php
Wie man auf Facebook seine Privatsphäre besser schützen kann
- 21. Januar 2011
- Privat im Internet
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