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Mittwoch, 22. Mai 2013

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Datenschutz: Anonymisierungsdienste im Aufwind

Konkrete Zahlen gibt es nicht, aber schaut man sich die wachsende Zahl der Anbieter an, scheint die Nutzung von Anonymisierungsdiensten, mit denen Internetnutzer sicher und unerkannt im Netz surfen können, rasant zuzunehmen. Eine aktuelle Facebook-Umfrage der Initiative Privat im Internet https://www.facebook.com/PrivatimInternet hat ergeben, dass rund die Hälfte der teilnehmenden User einen Anonymisierungsdienst nutzen würde, ein Großteil aber unter der Bedingung, dass der Service kostenfrei ist. Mehr als 300 nahmen an der Umfrage teil.

Proxy-Service oder TOR-Netzwerk

Ob aus Angst vor Datenmissbrauch, der Überwachung der eigenen Nutzungsgewohnheiten – Stichwort Vorratsdatenspeicherung – oder dem Wunsch, der Internet-Zensur zu entgehen; die Gründe für die Nutzung von Anonymisierungsservices sind genauso vielfältig wie die Dienste selbst. So kann der User z.B. mit einem Proxy-Service, wie dem von Startpage angebotenen, verhindern, dass beim Internet-Surfen private, persönlich zuordenbare Informationen preisgegeben werden. Auch das sogenannte TOR-Netzwerk schützt seine Nutzer vor einer Analyse des Datenverkehrs und ermöglicht so ein – beinahe – komplett anonymes Surfen.

Vergleichstest Anonymisierungsdienste

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung empfiehlt schon seit Jahren allen Internetnutzern, Anonymisierungsdienste zu verwenden, um einer verdachtslosen Aufzeichnung des Surfverhaltens zu entgehen. In einem Vergleichstest hat ein Mitglied des Arbeitskreises im Jahr 2009 17 internationale Anonymisierungsdienste unter dem Aspekt der Anonymisierungsqualität und des Datenschutzes unter die Lupe genommen (PDF-File: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/images/Vergleichstest.pdf). Im März dieses Jahres soll die EU-Kommission laut AK Vorratsdatenspeicherung Anonymisierungsdienste blockiert haben – und das, obwohl die EU diesen Services immer wieder eine positive Rolle für Demokratie- und Bürgerrechtsbewegungen in anderen Ländern eingeräumt hat.

Virtual Private Network schützt Privatsphäre

Eine weitere Möglichkeit, anonym im Internet zu surfen, sind die sogenannten VPN-Dienste (Virtual Private Network). Diese werden z.B. von Journalisten genutzt, die in ihren Ländern keinen freien Zugang zum Internet haben. In Firmen sind solche Netzwerke schon längst Standard und dienen dazu, das eigene Netzwerk vor Industriespionage oder dem Diebstahl von Betriebsgeheimnissen zu schützen. Beim Surfen in öffentlichen WLAN-Netzen kann ein Virtual Private Network genutzt werden, um Privatsphäre und Daten vor Dritten zu schützen. Auch die lokale Sperrung bestimmter Online-Dienste wie Skype oder Hulu animiert Internetuser zunehmend zur Nutzung von VPN-Services.

VPN-Kriterium: Vertrauenswürdigkeit

Dank der Verbindung zu einem VPN-Gateway („tunneln“) verschwindet der Internetnutzer aus dem Radar seines Zugangsproviders. Es erscheint lediglich ein sicher verschlüsselter Datenstrom, die einzig sichtbare IP-Adresse ist die des VPN-Servers. Allerdings sollte sorgsam darauf geachtet werden, dass der VPN-Anbieter seriös ist und nicht selbst Daten mitloggt. Die österreichische Firma Simon Consulting, die den Anonymisierungsdienst Hideway.eu betreibt, verspricht jedenfalls „100% anonymes Surfen“. Das Besondere: Der Service fällt nach eigenen Angaben nicht unter die in Österreich im April in Kraft getretene EU-Vorratsdatenspeicherung.

Weiterführende Links zum Thema Anonymisierungsdienste:

Aufstieg der virtuell-privaten Netze
http://fm4.orf.at/stories/1698907/

EU-Kommission blockierte Anonymisierungsdienste
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/564/55/lang,de/

Initiative Privat im Internet – Facebook-Umfrage zum anonymen Surfen
https://www.facebook.com/questions/361394790583034/

Wikipedia-Artikel Virtual Private Network
http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network

Aktualisiert: Donnerstag, den 31. Mai 2012 um 09:38 Uhr
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